Voltigieren in Oberkrämer

 

 

Es begann im April 2005. Susanne bot „Voltigieren mit Magnum“ an. Miriam, damals gerade sechs Jahre alt und etwa 1,15 m groß, war Feuer und Flamme und gleich verliebt in den großen schwarzen Hannoveraner mit der weißen Blesse. Dass Magnum mit seinen 1,80 m Stockmaß deutlich größer war als sie, störte sie wenig, machte mich aber anfangs nervös. Als ich sie das erste Mal auf dem großen Pferd sitzen sah, kam sie mir doch noch sehr klein vor. Aber schnell war ich davon überzeugt, dass Magnum eine Seele von Pferd ist: Er stand geduldig da, wenn ihn bis zu zwanzig kleine Hände striegelten, streichelten und bürsteten. Joeline, Jamie und Emiliy, Monique, Elisabeth, Jennie und Nico, Antonia sowie Anica und Miriam waren die ersten Kinder der Voltigiergruppe. Mit großer Leidenschaft und Ausdauer übten die Kinder, die sich alle gut verstanden, die verschiedenen Voltigier-Figuren: Grundsitz, Fahne, Prinzensitz, ...

 

Bereits am 3. September 2005 hatte die kleine Gruppe, zu der nun auch Petra als Longenführerin gehörte, ihren ersten Auftritt auf dem Hoffest der Reitschule in Schwante. Und weil alles so gut klappte, meldete Susanne ihre Truppe spontan zum ersten Turnier an. Am 17. September 2005 erreichten unsere Voltigierer den zweiten Platz in der E-Schritt-Gruppe auf dem Hofturnier in Staffelde.

 

Doch schon kurze Zeit später schien das Voltigieren in Schwante vor dem Aus zu stehen: Magnum wurde verkauft und die Gruppe stand ohne Pferd da. In dieser Situation bewies Petra einen langen Atem und organisierte ein neues Volti-Pferd: Jerry. Jerry war bis dahin als Schulpferd in der Reitschule in Schwante eingesetzt, bewies aber allen, dass er auch ein ruhiges und zuverlässiges Voltigierpferd sein konnte. Zwar dauerte es eine Weile bis sich der kitzelige Jerry an die Turner auf seinen Rücken gewöhnt hatte, aber die Kinder bewiesen ebenfalls viel Geduld, Ausdauer und Mut. Nach einem Jahr harten Trainings starteten die Schwantener Voltigierer, die zwischenzeitlich in den Reit- und Fahrverein Staffelde eingetreten waren, bei dem hauseigenen Turnier in Staffelde. Zwar wurde es „nur“ der dritte Platz, aber dafür, dass der Gruppe mit Jerry ein Voltigierneuling zur Verfügung stand, konnten wir zufrieden sein. Bereits beim zweiten Turnier des Jahres 2006  in Lentzke bei Fehrbellin überzeugten die Kinder mit einer deutlich besseren Punktzahl. Im Jahr 2007 konnte die Gruppe ihr Können nicht nur bei einem Auftritt auf dem 5. Krämerwald-Fest, sondern auch bei einem Turnier in Frohnau beweisen. Die Noten hatten weiterhin eine aufsteigende Tendenz und im September 2007 wäre dann fast der Coup geglückt, aber wieder einmal reichte es nur - und diesmal ganz knapp - für Platz zwei. Wieder einmal? Beim Nachrechnen fanden wir schnell den Fehler, der uns vorher schon so offensichtlich erschienen war: unsere Voltigierer waren eigentlich die strahlenden Sieger beim Turnier in Staffelde, nur die Richter konnten nicht rechnen.

 

Zwischenzeitlich gab es auch Voltigiernachwuchs, denn Susanne hat zwei weitere Gruppen ins Leben gerufen. Verbunden zu einer Gruppe, die auch schon Turnierluft geschnuppert hat, hatten unsere jüngsten Voltigierer einen viel gelobten Auftritt bei dem Kinderfest der Gemeinde Oberkrämer im Ortsteil Schwante am 2. Juni 2007.

 

Kein Wunder, konnten doch die Kinder seit Mai 2007 auch auf Lotti üben. Das Holzpferd, das alle, auch Jerry, gleich in ihr Herz geschlossen haben, weil es mit besonderer Geduld ruhig stehen bleibt, hat Familie Neugebauer gebaut. Dadurch wurden die Trainingsmöglichkeiten der Kinder auf das Schönste erweitert.

 

Aber manchmal ist es wie verhext und wenn alles so schön und viel versprechend läuft, kommt irgend etwas dazwischen. Auch diesmal zeigte sich, dass die Achilles-Verse einer Voltigiergruppe immer das Pferd ist. Jerry ging plötzlich lahm und die Voltigierer standen wieder ohne Pferd da. Diesmal war es Susanne, die die Initiative ergriff. Sie besorgte der Gruppe ein neues Volti-Pferd. Zusammen mit Petra bildet sie Casanova aus - so heißt der Neue - damit die Kinder weiter voltigieren können. Das neue Volti-Pferd steht auf dem Hof der Rhinland-Reitpark GmbH in Staffelde und seit dem 1. Februar 2008 sind die Schwantener-Voltigierer Mitglieder im neugegründeten Reit- und Fahrverein Rhinland e.V.

 

Nach dem Longierabzeichen, dass sowohl Susanne als auch Petra abgelegt haben, hat Susanne noch den Lehrgang für den Trainer C - Voltigieren erfolgreich absolviert.

 

Im Winter und Frühjahr 2008 haben wir uns auf verschiedenen Holzpferdturnieren mit den anderen Gruppen gemessen. Gestartet wird immer im zweier Team und neben der Pflicht und der Kür auf dem Holzpferd gehören auch ein theoretischer Teil und Konditions- sowie Geschicklichkeitsübungen zur Prüfung. Einige gute Platzierungen - auch ein zweiter Platz - waren die Belohnung für fleißiges Training.

 

Auch wenn wir noch nicht auf dem Krämer Waldfest 2008 brillieren konnten, weil unser Casanova großen Menschenmassen noch etwas skeptisch gegenüber steht, haben wir schon den einen oder anderen Erfolg errungen: Die jüngeren Voltis überzeugten mit einem sechsten Platz auf dem Voltigierturnier in Frohnau und - bei aufsteigendem Punkteschnitt - mit einem fünften Platz auf dem Voltigierturnier in Onkel-Toms-Hütte. Die älteren Voltis schafften auf diesem Turnier gar auf Anhieb einen zweiten Platz in ihrer ersten E2-Galopp-Wertung und Casanova wurde zum besten Pferd in der Schrittprüfung gekürt. Auf dem Turnier des Reit- und Fahrverein Staffelde e.V. belegten unsere Kleinen in der E-Schritt Gruppe den zweiten Platz und die Großen in der E2-Galopp-Gruppe den ersten Platz und auf dem Voltigierturnier in Lentzke im Oktober schließlich erreichte die E-Schritt-Gruppe einen hervorragenden dritten Platz.

 

In diesem Jahr haben wir bereits an den Holzpferdturnieren des LRV-Spandau e.V. und des VRV-Birkenhof Oberhavel e. V. teilgenommen. Dabei können wir schon jetzt stolz auf einen ersten, einen zweiten und zwei dritte Plätze verweisen. Die Teilnahme an zwei weiteren Holzpferdturnieren und ein Auftritt am 18. April 2009 auf dem Krämer Waldfest sind geplant. Außerdem wollen unsere Volti-Teams in diesem Jahr an vier bis fünf Turnieren teilnehmen, ein eigenes kleines Hofturnier organisieren und im Herbst die Hufeisenprüfungen Voltigieren absolvieren. Um unsere Trainingsmöglichkeiten zu verbessern sollen ein weiteres Holzpferd und ein Trampolin angeschafft werden.

 

Verfasser Cynthia Goldack

 

 

 

 

 

 

 

 

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